Alle wünschen sich ehrliches Feedback. Respektvoll, klar, nach all den Regeln, die wir kennen. Führungskräfte genauso wie Mitarbeitende. Das klingt erst mal gut. Bis es tatsächlich kritisch wird, und der innere "Ja, aber..." Typ auftaucht.
In meinen Workshops visualisiere ich das Thema Feedback auf dem Flipchart. Die Darstellung habe ich mir irgendwann mal abgeguckt. Sie funktioniert gut, um das Prinzip greifbar zu machen.
Auf der linken Seite steht das WWW:
Wahrnehmung.
Wirkung.
Wunsch.
Also wie ich Feedback strukturiert gebe, konkret und ohne Bewertung der Person.
Was dabei oft untergeht? Die rechte Seite.
Also das Feedback Annehmen:
Zuhören.
Entspannen.
Nachdenken, und manchmal nachfragen und eine Nacht darüber schlafen.
Kurz: ZEN beim Feedback Annehmen.
Das klingt einfacher als es ist. Mir passiert es selbst, wenn kritisches Feedback kommt und ich mich rechtfertigen will, weil in meinem inneren Team der "Ja, aber..." Nörgler laut wird. Ich kenne das aus eigener Erfahrung, nicht nur aus Büchern.
Deshalb bespreche ich das Thema bewusst in meinen Workshops. Nicht nur für die Teilnehmenden. Auch für mich selbst. Indem ich die WWW und ZEN Prinzipien erkläre, rufe ich sie mir gleichzeitig für meinen eigenen Alltag ins Gedächtnis.
Und das Wichtigste dabei nicht vergessen:
die Haltung "Ich bin o.k., du bist o.k."
Die ist keine nette Ergänzung. Sie ist die Grundlage, ohne die weder Geben noch Nehmen von Feedback wirklich funktioniert.
Am besten wirken WWW und ZEN dort, wo im Team die psychologische Sicherheit da ist, offen zu sprechen und auch mal unbequem sein zu dürfen.
