Transferwirksamkeit in der Praxis: Ein Team, das dranbleibt

Was passiert, wenn ein Team über zehn Monate hinweg konsequent an den Vereinbarungen aus einem Workshop dranbleibt? Genau das habe ich kürzlich erlebt. Es war toll, das zu erleben.

Zehn Monate lagen zwischen zwei Teamtagen. Als ich das Team jetzt wiedertraf, war ich beeindruckt, wie sehr es sich weiterentwickelt hatte. In der Zwischenzeit musste es einen traurigen Verlust in seinen Reihen verarbeiten. Die Trauerbewältigung ist es gemeinsam angegangen, in einem Prozess, der nach wie vor andauert und dem der Raum gegeben wird. Offene Projekte und Aufgaben, die durch diesen schmerzlichen Verlust entstanden sind, hat es professionell und lösungsorientiert aufgefangen.

Woran erkennt man Transferwirksamkeit?

Nicht an der Stimmung am Workshop-Tag, sondern daran, was danach im Alltag lebt. Bei diesem Team zeigte sich das ganz konkret: Zu jedem Meeting riefen sich die Mitglieder wichtige Regeln aus dem Workshop ins Bewusstsein, vor allem solche, die auf psychologische Sicherheit einzahlen.

Was ist psychologische Sicherheit im Team?

Psychologische Sicherheit zeigt sich nicht in ruhigen Zeiten, sondern dann, wenn es schwierig wird und ein Team trotzdem offenbleibt. Man merkte es im zweiten Workshop deutlich. Einige der Teilnehmenden verhielten sich aufgeschlossener als beim ersten Termin. Es findet Führung und Kommunikation auf Augenhöhe statt. Jede und jeder dürfen Ideen einbringen, alle dürfen auch Schwächen zeigen. Und besonders wichtig: Auch die Arbeit derjenigen, die sich aus verschiedensten Gründen weniger einbringen können oder wollen, wird von allen wertgeschätzt.

Das ist für mich Transferwirksamkeit in Reinform. Was im Workshop besprochen und vereinbart wurde, lebt im Alltag weiter, auch und gerade dann, wenn es schwierig wird. [Wie diese Transferwirksamkeit im Detail gelingt, also durch Erwartungsmanagement, wenige Maßnahmen und gute Dokumentation, habe ich hier beschrieben.]

Über ähnliche Themen habe ich kürzlich mit der Journalistin Eva Heidenfelder gesprochen, die mich für die Rubrik „Die Karrierefrage" der F.A.Z. interviewt hat. Im Artikel „Welcher Workshop passt zu unserem Team?" spreche ich über genau diese Erfahrungen.