Manchmal gibt es in Workshops diese besonderen Momente, die einen wirklich berühren. Einen davon hatte ich kürzlich, als ich psychologische Sicherheit wie selten zuvor in einem Team spürte.
Gegen Ende des Workshops lag noch etwas Unausgesprochenes im Raum. Der Teamlead sprach eine Kollegin direkt an. Es ging um ihre Überlastung, die sie zu Beginn geäußert hatte. Er zeigte ehrliches, aufrichtiges Interesse an ihrer Situation und thematisierte mitfühlend diese Verletzlichkeit. Er fragte nach, was sie brauche, damit sich ihre Situation verbessere. Versicherte die Unterstützung des Teams. Wertschätzte in besonderer Weise ihren Beitrag zum gemeinsamen Erfolg.
Das war psychologische Sicherheit in Reinform: Vertrauen, Offenheit, Verletzlichkeit, Wertschätzung.
Teamworkshop statt Freizeitspaß
Dieses Team hatte sich bewusst gegen einen gemeinsamen Ausflug und für einen WirWirkt® Teamworkshop entschieden. Die Ziele: Kommunikation verbessern und die Zusammenarbeit stärken. Wir sprachen unter anderem über die Erkenntnisse der Google-Aristoteles-Studie und über meine 4 S: Sinn, Spaß, soziale Verbundenheit und Selbstwirksamkeit.
Warum psychologische Sicherheit so anspruchsvoll ist
Psychologische Sicherheit spielt in vielen meiner Teamworkshops eine zentrale Rolle. Sie ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für Teams. Die Tipps, sie zu stärken, klingen oft einfach. Im Alltag zeigt sich, wie anspruchsvoll sie wirklich ist.
Es geht um aktives Zuhören, Fragen einzufordern, zur Kritik zu ermutigen, Ideen willkommen zu heißen, Verletzlichkeit zu zeigen, Hilfe nicht nur zu fordern, sondern auch anzubieten. Kleine, sehr wirksame Hebel.
Sie schlagen stärker in die andere Richtung aus, wenn sie nicht beachtet werden. Zum Beispiel wenn Führungskräfte Probleme von Teammitgliedern bagatellisieren, suggestive statt offener Fragen stellen, sich nicht Zeit für Gespräche nehmen oder nur oberflächlich kritikfähig tun, aber eigentlich auf die Anliegen nicht eingehen.
Was Unternehmen von Führung im Ehrenamt lernen können
Der eingangs beschriebene Moment stammt übrigens aus einem Workshop mit einem ehrenamtlichen Vereinsvorstand. Gut geführte Vereine zeigen eindrucksvoll, was möglich ist, wenn psychologische Sicherheit gelingt. Und viele dieser Erfahrungen lassen sich wunderbar in den Unternehmensalltag übertragen.
