Teamentwicklung Bonn

Warum Teamworkshops scheitern: Drei Fehler aus der Praxis

Anschaulich gestaltete Spielregeln für den Austausch. Sie machen sichtbar, worauf es im Miteinander ankommt. Das Logo der Organisation mit Tape gestaltet.

Manche Workshops vergisst man sofort. Andere leider nie. Sie kennen das bestimmt.

Manch gruseligen Moment habe ich selbst als Teilnehmer erlebt. Ich erinnere mich an hell geflieste Hinterräume in Gaststätten, die den Charme eines Tennis-Clubhauses aus den 80er Jahren hatten. An Moderatoren, die stur ihre überfüllten PowerPoint-Slides zeigten und mir nach kurzer Zeit die Augen zufallen ließen. Oder an eine Moderatorin, die nur Schnittstellen-Prozesse durchdeklinieren ließ, obwohl aus den Vorgesprächen offensichtlich war, dass die Menschen sich untereinander nicht vertrauten und eigentlich wirklich zusammenarbeiten wollten.

Nach vielen Jahren als Moderator, Teamentwickler und als Workshop-Teilnehmer habe ich drei Fehler identifiziert, die sich vermeiden lassen.

Fehler 1: Der falsche Raum und ein liebloser Rahmen

Schlechter Raum, nur PowerPoint, lieblose Flipcharts. Raum und Rahmen beeinflussen, wie Menschen ihre Umgebung wahrnehmen und sich einbringen. Selbst Räume im Rohbau lassen sich mit etwas Tape ansprechend gestalten. Gruppen nehmen das meiner Erfahrung nach sehr positiv wahr.

Selbst im Rohbau: Mit etwas Tape wird aus einer nackten Wand ein Zeitstrahl.

Fehler 2: Starres Programm statt lebendiger Methode

Keine Abwechslung, ein starres Programm, keine Flexibilität bei Störungen. In meinen Workshops achte ich darauf, möglichst wenig frontal zu beschallen, alle Teilnehmenden zu aktivieren und Gruppen nicht immer in derselben Zusammensetzung arbeiten zu lassen. Und Störungen haben Vorrang. Wer nicht auf das reagiert, was im Raum passiert, riskiert, die Gruppe zu verlieren.

Visualisierung von Hand und mit Tape statt voller Slides. So bleiben alle in Bewegung und bringen sich ein.

Fehler 3: Fehlende Auftragsklärung vor dem Teamworkshop

Eine schlechte Auftragsklärung rächt sich. Die Teilnehmenden werden nicht richtig eingestimmt und kommen mit einer falschen Erwartungshaltung in den Workshop. Und dann der Klassiker: nur an Prozessen arbeiten, wenn auf der menschlichen Ebene noch Vertrauen, Offenheit und Sicherheit im Team fehlen.

Das Gute daran: Wer alle drei Punkte von Anfang an mitdenkt, schafft eine bessere Grundlage für einen wirklich wirksamen Teamworkshop. Die Gruppe wird es spüren.